Ambulante Zusatzversicherung für Ärzte: Sinnvolle Ergänzung oder unnötige Doppelung?

Ob Homöopathie beim Hausarzt, die neue Gleitsichtbrille oder die Reiseimpfung vor dem Kongress: Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt im ambulanten Bereich oft nur einen Bruchteil dessen, was sich viele Ärztinnen und Ärzte wünschen. Eine ambulante Zusatzversicherung schließt genau diese Lücken – vom Heilpraktiker über Vorsorgeuntersuchungen bis zur Sehhilfe.

Wichtig vorab: Wer privat krankenversichert ist, deckt die meisten dieser Leistungen bereits über die PKV ab. Für gesetzlich versicherte Ärztinnen und Ärzte lohnt sich der Blick auf die Tarife dagegen fast immer.

Stethoskop und dezente Untersuchungsutensilien in heller Praxisszene – ambulante Zusatzversicherung für Ärzte.

Was ist eine ambulante Zusatzversicherung?

Das Wichtigste auf einen Blick

Eine ambulante Zusatzversicherung ist eine private Krankenzusatzversicherung, die Kosten für ambulante Behandlungen übernimmt, welche die gesetzliche Krankenversicherung nicht oder nur anteilig zahlt. Dazu zählen etwa Heilpraktikerleistungen, Sehhilfen, Vorsorgeuntersuchungen und Auslandsaufenthalte. Rechtsgrundlage ist ein eigenständiger Versicherungsvertrag, unabhängig von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung.

Nachdem alternative Heilmethoden und Heilpraktiker gewöhnlich nicht gewünscht sind von Ärzten, kann man gezielt darauf achten, dass dies nicht mitversichert ist. Dennoch, in vielen Angeboten ist es standardmäßig mit dabei – so wie die Funktionen 173 bis 212 auf dem Smartphone, die ebenfalls nie genutzt werden. 

Hintergrund: Der Leistungskatalog der GKV ist nach § 12 SGB V auf das wirtschaftlich Notwendige begrenzt. Heilpraktiker haben grundsätzlich keine Kassenzulassung, Sehhilfen werden nur in Ausnahmefällen bezuschusst und viele Vorsorgeleistungen gelten als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die Patientinnen und Patienten selbst zahlen müssen.

Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest zu ambulanten Ergänzungstarifen erstattet bereits mehr als die Hälfte der getesteten Tarife gute Heilpraktiker-Leistungen für unter 20 Euro im Monat.

Zahlt meine Krankenkasse den Heilpraktiker nicht selbst?

Nein. Heilpraktiker haben keine Zulassung nach dem Kassenrecht, daher zahlt die gesetzliche Krankenkasse ihre Behandlungen grundsätzlich nicht. Auch homöopathische oder osteopathische Leistungen durch ärztliche Kolleginnen und Kollegen werden nur in Ausnahmefällen erstattet. Genau diese Lücke schließt eine ambulante Zusatzversicherung.

Das kommt auf deine Krankenversicherung an. Bist du gesetzlich versichert, kann sich der Abschluss lohnen – vor allem, wenn du Naturheilverfahren nutzt, eine neue Brille brauchst oder häufig ins Ausland reist. 
Wir betrachten die Krankentagegeldversicherung und den Abschluss eines Optionstarifs für Ärzte als wesentlich bedeutsamer.

Ja, in der Regel jederzeit zum Ende der vereinbarten Mindestvertragslaufzeit (oft 2 Jahre) unter Einhaltung der Kündigungsfrist – meist drei Monate. 

Nach Ende der Mindestvertragslaufzeit sind es meist ebenfalls 3 Monate Kündigungsfrist zum Ende des Versicherungsjahres. Das Versicherungsjahr kann das Kalenderjahr sein – dann spätestens am 30.09. des jeweiligen Jahres zu kündigen – oder ab Datum des Vertragsbeginns immer um ein Jahr weiter. 

Welche Leistungen deckt die ambulante Zusatzversicherung ab?

Der Leistungsumfang unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter stark. Die folgenden drei Bereiche gehören bei den meisten guten Tarifen zum Standard und sind gerade für Ärztinnen und Ärzte mit Interesse an Naturheilkunde, Sehhilfen oder häufigen Auslandsaufenthalten relevant.

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Lohnt sich die ambulante Zusatzversicherung für Ärzte?

Für angestellte Ärztinnen und Ärzte in der GKV

Assistenzärztinnen und -ärzte sind zu Beginn ihrer Karriere häufig gesetzlich krankenversichert – etwa weil sie zunächst unterhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienen oder sich bewusst für die GKV entscheiden. Für diese Gruppe lohnt sich eine ambulante Zusatzversicherung besonders häufig: Wer regelmäßig Heilpraktiker, Osteopathie oder Kontaktlinsen nutzt, Auslandskongresse besucht oder auf eine schnelle Facharztterminvergabe Wert legt, schließt mit einem passenden Tarif spürbare Lücken.

Ein Blick auf die eigene Lebensplanung lohnt sich zusätzlich: Auch Themen wie Kinderwunschbehandlungen werden von der GKV nur eingeschränkt übernommen.

Für niedergelassene und privat versicherte Ärzte

Die meisten niedergelassenen Fachärztinnen und -ärzte sowie viele leitende Oberärzte sind privat krankenversichert. Ihre PKV-Vollversicherung deckt ambulante Heilbehandlungen in der Regel bereits umfassend ab – inklusive Heilpraktiker (bei sog. Arzttarifen überwiegend „aus Gründen“ außen vor), Hilfsmittel und oft auch Auslandsaufenthalte. Eine separate ambulante Zusatzversicherung ist hier größtenteils überflüssig.

Ausnahme Beihilfe: Verbeamtete Ärztinnen und Ärzte, etwa im öffentlichen Gesundheitsdienst, erhalten oft nur eine anteilige Beihilfe und schließen ergänzend eine private Restkostenversicherung ab. Auch hier lohnt sich ein genauer Blick auf die ambulanten Leistungen im Kleingedruckten.

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